Raiffeisenbank Oberpfalz Süd eG – überdurchschnittliches Ergebnis im herausfordernden Jahr 2020

Vertreterversammlung 2021 der regionalen Genossenschaftsbank in Schierling

Vertreterversammlung 2021
Unser Bild zeigt (v.l.): Vorstand Johann Pernpaintner, Aufsichtsratsvorsitzender Karl Appl, Aufsichtsrat Martin Hammerschmid, Wirtschaftsprüfer Klaus Roggenbuck, stv. AR-Vorsitzender Johann Höglmeier, Vorstand Josef Geserer

Unter Einhaltung der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung informieren sich die Vertreterinnen und Vertreter über die Entwicklung der Bank und tätigten die erforderlichen Beschlüsse.

Insgesamt 114 Vertreterinnen und Vertreter der Raiffeisenbank Oberpfalz Süd eG waren der Einladung zur 30. Vertreterversammlung am Freitag, 16. Juli 2021 in der Mehrzweckhalle in Schierling gefolgt. Der Aufsichtsratsvorsitzende Karl Appl begrüßte die Anwesenden sehr herzlich und bedankte sich für die Bereitschaft, an der Vertreterversammlung als Präsenzveranstaltung teilzunehmen. Besonders begrüßte Appl die anwesenden Bürgermeister sowie den Vertreter des Genossenschaftsverbandes Bayern e.V., Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Klaus Roggenbuck.

Appl warf zu Beginn seiner Ausführungen einen kurzen Blick auf ein außergewöhnliches Jahr 2020, das in sehr kurzer Zeit gravierende Veränderungen mit sich brachte. „Die Corona-Pandemie ist eine gesundheitliche und ökonomische Herausforderung für uns als Bank, für die Unternehmen und für die Menschen in unserer Region“, erläuterte Appl und ergänzte, dass die Raiffeisenbank seit ihrer Entstehung im Jahr 1903 das Ende des Kaiserreichs, zwei Weltkriege, etliche Wirtschaftskrisen und furchterregende Infektionskrankheiten erlebt habe.

Die schwächere Weltkonjunktur, Handelskonflikte, das Brexit-Chaos und Corona setzen der deutschen Wirtschaft zu“, bestätigte Pernpaintner zu Beginn seiner Rede und folgerte, dass die durch die verschlechterten Eigenkapitalpositionen bedingte Investitionszurückhaltung der Unternehmen den Aufschwung bremsen würde. Auch für die Banken seien die Auswirkungen der Corona-Krise schwer abschätzbar. Die zunehmende Regulatorik mit steigenden Eigenkapitalanforderungen, die anhaltenden Niedrigzinsen sowie die Investitionen für die zunehmende Digitalisierung seien die Herausforderungen für die Zukunft. „Abstand war trotz der Mission „Nähe“ im Leitbild der Bank plötzlich das Gebot der Stunde“, fuhr Pernpaintner fort. Smartphone, Telefon und Internet wurden mehr denn je zum bevorzugten Kommunikationsmittel, um den Kunden und Mitgliedern der Bank zu Diensten sein zu können. Die Kehrseite der Medaille sei leider die weiter abnehmende Kundenfrequenz in den Kleinstgeschäftsstellen. Die im 5-Jahres-Turnus erfolgte Überprüfung des Geschäftsstellennetzes, zuletzt im Frühjahr 2021, verdeutlichte dies sehr deutlich. Im weiteren Verlauf ging Pernpaintner auf die Zahlen aus Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung ein.

Die Bilanzsumme der Raiffeisenbank Oberpfalz Süd eG stieg im vergangenen Geschäftsjahr um 14,20 % auf 1.257.621.404,93 € weit über dem Durchschnitt von 8,50 % an. Das operative Betriebsergebnis der Raiffeisenbank mit 0,87 % und das bereinigte Ergebnis nach Steuern mit 0,55 % liegen trotz weiterer Thesaurierung im Spezialfonds im Jahr 2020 ebenfalls über dem Durchschnitt der Genossenschaftsbanken in Bayern. Vom Gewinn werden 361.000,- € für das Jahr 2020 an die Mitglieder der Bank ausgeschüttet. Somit erhalten die Mitglieder der Bank insgesamt 5,5 % des Jahresüberschusses als Dividende. Nicht unerwähnt ließ Pernpaintner die Empfehlung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin an die Banken, auch für 2020 keine Dividende auszuschütten.

Im Tagesordnungspunkt „Aktuelle Themen“ ging Vorstand Josef Geserer auf die europäische Negativzinspolitik ein. Die Negativzinsen, die Banken seit 2014 zahlen müssen, stiegen von damals -0,1 % auf -0,5 % ab 2020 an. Aus betriebswirtschaftlichen Gründen seien die Banken gezwungen, einen Teil dieser Negativzinsbelastung an die Anleger weiterzugeben. Im Vorfeld würde aber mit jedem Kunden gesprochen und zu alternativen Anlagemöglichkeiten beraten. Trotzdem seien die bilanziellen Einlagen der Bank im vergangenen Jahr überdurchschnittlich angewachsen. Die Gründe hierfür sieht Geserer im Top-Rating der genossenschaftlichen Finanzgruppe (Fitch „AA-„ und Standard & Poor’s „A+“) sowie die Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes Volksbanken Raiffeisenbanken (BVR), der für viele Anleger einen sicheren Hafen für ihr Kapital darstelle.

Im zweiten Teil seines Vortrags begründete Geserer die Entscheidung für die weitere Konsolidierung des Geschäftsstellennetzes und die Übertragung des Geschäftsbetriebs der Filialen Altenthann, Aufhausen, Inkofen und Pfakofen zum 31.10.2021 auf die Nachbarfilialen. Aufgrund der stark zurückgegangenen Kundenfrequenz in den vier Filialen könne die erforderliche Mindestbesetzung bei der aktuellen Personalsituation nicht mehr  aufrechterhalten werden. „Wir können die Anforderungen, die die Kunden an das heutige Bankgeschäft stellen, in den vier Kleinstgeschäftsstellen nicht mehr vollumgänglich und dies auch nur kostenintensiv erfüllen“, bestätigte Geserer und versprach auch weiterhin ein dichtes Filialnetz mit umfassendem Beratungsangebot inkl. der Videoberatung.

Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Klaus Roggenbuck übernahm in gewohnt professioneller Art und Weise die Tagesordnungspunkte zur Abstimmung über die Dividende, Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat und Wahlen zum Aufsichtsrat. Ein Mitglied des Gremiums Martin Hammerschmid wurde wiedergewählt. Aufsichtsratsvorsitzender Karl Appl bedankte sich zum Schluss der Versammlung bei Herrn Roggenbuck für sein Kommen und die Übernahme der Tagesordnungspunkte. Sein weiterer Dank galt seinen Kollegen des Aufsichtsrats, dem Vorstand und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bank für ihr Engagement und die im Jahr 2020 geleistete Arbeit.