Raiffeisenbank Oberpfalz Süd eG schüttet Dividende für 2019 aus

Eva-Maria Weigl aus Niederleierndorf wird als erste Frau in den Aufsichtsrat gewählt

Unser Bild zeigt (v.l.): Vorstand Josef Geserer, Vorstand Johann Pernpaintner, Josef Magerl, Eva-Maria Weigl, Aufsichtsratsvorsitzender Karl Appl, Michael Stempfhuber, stv. AR-Vorsitzender Johann Höglmeier, Wirtschaftsprüfer Klaus Roggenbuck,

Die Aufsichtsratsmitglieder Josef Magerl und Michael Stempfhuber scheiden aus Altersgründen aus dem Gremium aus. Unter Einhaltung der Hygienevorschriften informierten sich die Vertreterinnen und Vertreter über die Entwicklung der Bank und tätigten die erforderlichen Beschlüsse.

 

Insgesamt 89 Vertreterinnen und Vertreter der Raiffeisenbank Oberpfalz Süd eG waren der Einladung zur 29. Vertreterversammlung am Freitag, 2. Oktober 2020 in der Mehrzweckhalle in Schierling gefolgt. Der Aufsichtsratsvorsitzende Karl Appl begrüßte die Anwesenden sehr herzlich und bedankte sich für die Bereitschaft, an der Vertreterversammlung als Präsenzveranstaltung teilzunehmen. Besonders begrüßte Appl die anwesenden Bürgermeister sowie den Vertreter des Genossenschaftsverbandes Bayern e.V., Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Klaus Roggenbuck. Vor dem Start in die Tagesordnung bat Appl die Anwesenden den 193 im Jahr 2019 verstorbenen Mitgliedern zu gedenken.

Appl lobte die Bank als bodenständig und innovativ zugleich. Ihr gelinge es, den genossenschaftlichen Marken-Kern seit inzwischen weit mehr als 100 Jahren immer wieder zeitgemäß umzusetzen. So auch in der aktuell anhaltenden Coronakrise, in der sich nicht nur die privaten Lebensumstände sondern auch das berufliche und wirtschaftliche Leben weitgehend verändert haben. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bank haben auf die Herausforderungen reagiert“, so Appl und in der Beratung und im Miteinander mit den Mitgliedern und Kunden bewiesen, dass die Raiffeisenbank auch in unsicheren Zeiten Sicherheit bieten kann. Nicht mit „Angst vor Veränderung“ sondern mit „Mut zur Veränderung“ beweise die Raiffeisenbank stets aufs Neue, dass bei Ihr das Geld in guten Händen ist.

Gleich zu Beginn seines Vortrages bedankte sich Vorstand Johann Pernpaintner beim Markt Schierling für die schnelle, unbürokratische Zurverfügungstellung der Mehrzweckhalle und beim Landratsamt Regensburg für die vorbildliche Abstimmung, die eine Präsenzveranstaltung erst möglich machte. „Die Corona-Pandemie hat uns vor Augen geführt, wie global vernetzt und vor allem wie verletzlich Gesellschaft und Wirtschaft heute sind“, beginnt Pernpaintner seine Ausführungen zur aktuellen Lage. Gleichwohl verwies er auf die Verantwortung der drei relevanten Gruppen von Akteuren „Regierungen und Parlamente“, „Zentralbanken“ sowie „die Bankenaufsicht“, alles zu tun, um die Auswirkungen der COVID19-Pandemie auf die Realwirtschaft mit aller Kraft einzudämmen.

Viele mittelständischen Unternehmen sähen sich gezwungen, die Ausgaben bei Personal und für Investitionen drastisch zu kürzen. Man müsse die nächsten 1 bis 2 Jahre alles daransetzen, um gut aus der Krise zu kommen, so Pernpaintner. Im weiteren Verlauf ging Pernpaintner auf die Zahlen aus Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung ein. Die Bilanzsumme der Raiffeisenbank Oberpfalz Süd eG wuchs im vergangenen Geschäftsjahr auf 1.101.530.528,38 € an. Das betreute Kundenvolumen betrug zum Jahresende 2019 insgesamt 2.355.071.000,- €. Das operative Betriebsergebnis der Raiffeisenbank beträgt für das Jahr 2019 0,91 %.

Das bereinigte Ergebnis vor Steuern stieg, insbesondere bedingt durch Wertpapier-Zuschreibungen, auf 1,0 % an. Vom Gewinn werden 495.000,- € für das Jahr 2019 an die Mitglieder der Bank ausgeschüttet. Beim Blick auf das Verbot der BaFin an die Banken, vor dem 1. Oktober 2020 eine Dividende auszuschütten, erläuterte Pernpaintner, dass man absichtlich die Vertreterversammlung nach diesem Termin durchgeführt habe, um so eine Dividende zahlen zu können.

Im Tagesordnungspunkt „Aktuelles aus der Wirtschaft“ ging Vorstand Josef Geserer zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf die Wirtschaft weiter ins Detail. Die anfangs nur als rein asiatisches Problem abgetane COVID19-Pandemie wuchs schnell zum globalen Problem heran und hat allem voran beim Gast- und Reisegewerbe aber auch beim produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich zu starken Einbußen geführt, erläuterte Geserer. Die corona-bedingten Umsatzausfälle zeigen sich u.a. in der Prognose der Wirtschaftsweisen zum BIP-Wachstum für 2020 mit -6,9 % ggü. dem Vorjahr von +0,6 % sehr deutlich.

Die Aussage „Corona als Beschleuniger der Digitalisierung“ kommt nicht von ungefähr. Der Anstieg der digitalen Kommunikation und der Onlinegeschäftsabschlüsse bewirkte bei der Raiffeisenbank Oberpfalz Süd eG einen Rückgang der Kundenfrequenz von rund 17%, bestätigte Geserer. Dementsprechend sei es auch nicht verwunderlich, dass der fortlaufende Rückgang der Bankfilialen in Deutschland von 40.000 im Jahr 2008 auf 26.667 im Jahr 2019 durch Corona ungebremst weitergehen bzw. sogar noch beschleunigt wird. In diesem Zusammenhang stellte Geserer abschließend fest: „Trends lassen sich zwar abschwächen, aber nicht mehr umkehren“.

Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Klaus Roggenbuck übernahm die Tagesordnungspunkte zur Abstimmung über die Dividende, Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat, Wahlen zum Aufsichtsrat, Wahlen des Wahlausschusses zur bevorstehenden Vertreterwahl und zu einer Satzungsänderung. Die Mitglieder des Gremiums Karl Appl, Josef Freidl, und Josef Seidl wurden wiedergewählt. Neu in den Aufsichtsrat gewählt wurde als erste Frau im Gremium, Eva-Maria Weigl aus Niederleierndorf. Aus dem Aufsichtsrat aus Altersgründen scheiden Josef Magerl nach 27 Jahren und Michael Stempfhuber nach 32 Jahren aus. Herr Roggenbuck nahm stellvertretend für den Genossenschaftsverband der bayerischen Volksbanken Raiffeisenbanken die Ehrung der ausscheidenden AR-Mitglieder vor und überreichte die Urkunden sowie an Herrn Magerl die silberne und an Herrn Stempfhuber die goldene Ehrennadel.
Aufsichtsratsvorsitzender Karl Appl bedankte sich zum Schluss der Versammlung bei Herrn Roggenbuck für sein Kommen und die Übernahme der Tagesordnungspunkte. Sein weiterer Dank galt seinen Kollegen des Aufsichtsrats, dem Vorstand und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bank für ihr Engagement und die im Jahr 2019 geleistete Arbeit.