Raiffeisenbank Oberpfalz Süd eG mit Zuwachsraten zufrieden.

Das Jahr 2016 war geprägt von Herausforderungen durch die Niedrigzinsphase, die Demographie, die Regulatorik sowie die Digitalisierung.

Unser Bild zeigt (v.l.): Vorstandsvorsitzender Johann Pernpaintner, Aufsichtsratsvorsitzender Karl Appl, Wirtschaftsprüfer Klaus Roggenbuck, Vorstand Josef Geserer

Der Einladung zur 26. Vertreterversammlung der Raiffeisenbank Oberpfalz Süd eG am Donnerstag, 27. April 2017 im Gasthof Röhrl in Pfakofen waren 139 Vertreterinnen und Vertreter gefolgt. Aufsichtsratsvorsitzender Karl Appl begrüßte die Anwesenden sehr herzlich und führte in gewohnter Professionalität durch die Versammlung.


Ein besonderer Gruß galt dem Vertreter des Genossenschaftsverbandes Bayern e.V.,
Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Klaus Roggenbuck und den anwesenden Bürgermeistern.


Vor dem Start in die Tagesordnung bat Appl die Anwesenden der 182 im Jahr 2016 verstorbenen Mitglieder zu gedenken. Dabei ging er besonders auf den am 23. April 2017 verstorbenen Herrn Kurt Schulz ein. Herr Schulz gehörte 22 Jahre dem Aufsichtsrat an und leistete in der Zeit wertvolle Dienste für die Bank.


Appl lobte die Raiffeisenbank Oberpfalz Süd, die in einem Jahr voller dramatischer Nachrichten aus der ganzen Welt, hier vor Ort in gewohnt zuverlässiger Weise Ihre Aufgaben erfüllt habe. Der erfreuliche Mitgliederzuwachs bestätige, so Appl, dass immer mehr Menschen von der Idee der Kreditgenossenschaft überzeugt seien. Die Popularität kleiner regionaler Institute steigt, so Appl. Aktuell zögen 55 % der Menschen in Deutschland, 47 % in Großbritannien, 56 % in Frankreich und sogar 65 % in den USA lokale Banken vor. Mehr als die Hälfte der Befragten wünsche sich Banken, die nicht gewinnmaximierend agieren. Sie wollen keine privaten, börsennotierten Banken – aber auch keine in Staatsbesitz.


„Die Raiffeisenbank Oberpfalz Süd eG kann auf ein zufriedenstellendes Geschäftsjahr 2016
zurückblicken“, nahm Vorstand Johann Pernpaintner zu Beginn seines Berichts vorweg, verwies aber auch auf rückläufige Ergebnisse in den kommenden Jahren im Bankensektor. Pernpaintner begründete dies mit dem dramatischen Wandel durch die langanhaltende Niedrigzinsphase. Aber auch die digitale Revolution, strengere Vorgaben der Aufseher sowie der drastische Wandel der Bevölkerungsstruktur erhöhen den Handlungsdruck der deutschen Banken.


Zinssätze von minus 0,4 % für die Einlagen der Banken bei der Europäischen Zentralbank zwängen die Institute, Kosten zu optimieren und neue Ertragsquellen zu erschließen. „Unsere Zentralbanker haben mit dem Negativzins eine echte Innovation geschaffen“, erläuterte Pernpaintner, bezweifelte jedoch, dass es eine gute sei. Privatleute könnten zwar preiswert ihre Immobilie finanzieren, um hierfür das erforderliche Eigenkapital anzusparen, brauche man jedoch erheblich länger als früher. So müsse auch für die Altersvorsorge deutlich mehr als früher zurückgelegt werden. „Gerade für Menschen mit geringerem Einkommen steigt damit das Risiko der Altersarmut“, so Pernpaintner und versicherte, dass die Raiffeisenbank Oberpfalz Süd eG bei Privatleuten – solange es die Zinspolitik der EZB und die allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zulassen – Negativzinsen auf Guthaben vermeiden werde.


Im weiteren Verlauf präsentierte Pernpaintner die Zahlen aus der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung. Die Bilanzsumme betrug zum Jahresende 2016 rund 955,6 Mio. Euro. Markant sei die Steigerung des Kundengesamtvolumens um 97 Mio. Euro auf insgesamt 1,963 Milliarden Euro, bestätigte Pernpaintner.


„Wir stehen am Anfang eines tiefgreifenden Veränderungsprozesses“, startete Vorstand
Josef Geserer seinen Vortrag zur Digitalisierung und fuhr fort, dass auch die Bankenwelt ganz schön durcheinandergewirbelt werde. Die Herausforderungen der Digitalisierung gewinnen nur die agilen, proaktiven Banken“, so Geserer. Darum habe man bereits frühzeitig eine digitale Strategie als Teil der Unternehmensstrategie erarbeitet. „Denke zu 100 % aus der Kundenperspektive“ und „Gehe dahin wo der Kunde ist – ins Netz und kommuniziere mit ihm“, stellte Geserer die Grundaussagen dieser vor.


Zusätzlich zu den Geschäftsstellen in der Region, dem KundenServiceCenter, der Website und dem OnlineBanking werde man weitere Wege in die Bank bereitstellen. Erfreut zeigte sich Geserer über die rasant steigende Akzeptanz der mobile-Anwendung „VR BankinApp. Rund 1,2 Mio. Transaktionen alleine in der ersten Monaten 2017 wurden darüber vorgenommen. Auch der elektronische Kontoauszug wird von rund 6.500 Kunden genutzt. Geserer bedauerte jedoch, dass die vielen Innovationen wie z.B. die Überweisung per Abfotografieren mit dem Smartphone, die die Volksbanken und Raiffeisenbanken längst anbieten, zu wenig publik gemacht würden. Derzeit überarbeite man über 50 Prozesse auf der Internetpräsenz der Bank, denn so Geserer, mit jedem Klick, den man ggü. dem Mitbewerberangebot mehr machen muss, ist man nur der 2. Sieger.


Des Weiteren arbeite die Bank aktuell an der Einführung der Videoberatung in den Bereichen
Baufinanzierung und Versicherung sowie der Video-Legitimation. Und schon gegen Ende Mai 2017 werde die Bank eine Chatfunktion über WhatsApp anbieten können.


Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Klaus Roggenbuck übernahm die Tagesordnungspunkte
zur Abstimmung über die Dividende, die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie die
turnusmäßigen Wahlen zum Aufsichtsrat. Im 3-Jahres-Rhythmus schieden die Aufsichtsratsmitglieder Karl Appl, Albert Freidl, Josef Magerl, Josef Seidl und Michael Stempfhuber aus und wurden für eine weitere Periode wiedergewählt. Im Anschluss folgten die Abstimmungen zur Änderung des § 2 „Zweck und Gegenstand“ der Satzung, die Roggenbuck ebenfalls in gekonnter Weise professionell durchführte.


Aufsichtsratsvorsitzender Karl Appl bedankte sich zum Schluss der Versammlung bei Herrn
Roggenbuck für sein Kommen und die Übernahme der Tagesordnungspunkte. Sein weiterer Dank galt seinen Kollegen des Aufsichtsrats, dem Vorstand und den Mitarbeitern der Bank für ihr Engagement und die im Jahr 2016 geleistete Arbeit.


Gut zu wissen:


Vertreterversammlung: Die Vertreterversammlung ist neben Vorstand und Aufsichtsrat eines der Organe einer Genossenschaft und entscheidet u.a. über die Gewinnverwendung, die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat und die Wahl der Aufsichtsratsmitglieder.


Informationsveranstaltungen: Nach der Vertreterversammlung haben alle Kunden und Mitglieder der Bank die Möglichkeit sich über das abgelaufene Geschäftsjahr zu informieren. Dazu werden heuer in der Rathausgaststätte in Barbing, im Gasthaus „Zum Aumeier“ in Schierling und im Gasthof Englberger in Sünching Informationsveranstaltungen abgehalten.


Externe Referenten: Die Informationsveranstaltungen werden auch heuer wieder durch externe Referenten bereichert. In Barbing und Sünching wird Herr Notar Dr. Norbert Mayer aus Regensburg und in Schierling Herr Notar Christian Häusler aus Schierling zum Thema „Vorsorge für den Ernstfall – Vorsorgevollmacht, Betreuungs- und Patientenverfügung“ referieren.