Raiffeisenbank Oberpfalz Süd eG verzeichnet überdurchschnittliche Zuwachsraten

Unser Bild zeigt (v.l.): Vorstand Josef Geserer, stv. AR-Vorsitzender Johann Höglmeier, Aufsichtsratsvorsitzender Karl Appl, Wirtschaftsprüfer Klaus Roggenbuck, Vorstandsvorsitzender Johann Pernpaintner,

Die weiter zunehmende Regulatorik sowie das extrem niedrige Zinsniveau belasten regional tätige Institute außerordentlich stark. Genossenschaftsbanken leisten, umgerechnet auf ihre Bilanzsumme, einen erheblich größeren steuerlichen Beitrag als die privaten deutschen Großbanken.

Der Einladung zur 25. Vertreterversammlung der Raiffeisenbank Oberpfalz Süd eG am Donnerstag, 19. Mai 2016 im Gasthof Röhrl in Pfakofen waren 144 Vertreterinnen und Vertreter gefolgt. Der Aufsichtsratsvorsitzende Karl Appl begrüßte die Anwesenden sehr herzlich und führte in gewohnter Professionalität durch die Versammlung. Ein besonderer Gruß galt dem Vertreter des Genossenschaftsverbandes Bayern e.V., Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, Klaus Roggenbuck und den anwesenden Bürgermeistern sowie der ehemaligen Abgeordneten Maria Eichhorn. Vor dem Start in die Tagesordnung bat Appl die Anwesenden der 206 im Jahr 2015 verstorbenen Mitglieder zu gedenken. Dabei ging er besonders auf den kürzlich verstorbenen Herrn Jakob Adlhochein, der die ehemalige Raiffeisenbank Donaustauf eG 21 Jahre lang leitete und im Zuge der Fusion mit der ehemaligen Raiffeisenbank Sünching eG in den wohlverdienten Ruhestand eintrat.

„Die Raiffeisenbank Oberpfalz Süd eG kann auf ein ordentlich abgelaufenes Geschäftsjahr 2015 zurückblicken“, nahm Appl zu Beginn seines Berichts gleich vorweg und zeigte sich mit den Ergebnissen trotz anhaltender Niedrigzinsqhase sehr zufrieden. „In einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld hat sich unsere Bank als zuverlässiger Partner erwiesen und im Markt behauptet.“, fuhr Appl fort und erläuterte, das die Genossenschaftsbanken seit rund 150 Jahren, wirtschaftlichen Erfolg mit gesellschaftlichem Handeln verbinden. „Dies kommt nicht nur den Menschen in der Region sondern auch dem Fiskus zugute“, nahm Vorstand Johann Pernpaintner das Thema in seinem Bericht ebenfalls auf. „2015 haben wir 2,221
Mio. Euro an Steuern an die öffentliche Hand überwiesen. Somit leisten wir für jede Million Euro unserer Bilanzsumme einen Beitrag von 2.331 Euro zur Finanzierung von Kommunen, Ländern und Bund“, bestätigte Pernpaintner und verglich diese Zahl mit dem Wert der privaten deutschen Großbanken – die im Durchschnitt der vergangenen Jahre jeweils nur etwa 600 Euro je eine Million Euro Bilanzsumme überwiesen hatten. Auch deswegen fordert Pernpaintner, dass die Bankenregulierung kleine, solide wirtschaftende regionale Institute, und somit auch die Raiffeisenbank Oberpfalz Süd eG, entlasten müsse: „Wir haben die Finanzmarktkrise nicht mitverursacht – und sogar während der Krise für Stabilität in der deutschen Mittelstandsfinanzierung gesorgt“. Trotzdem müsse die Bank aufgrund ihres kleingliedrigen Filialnetzes nun der „Dragi-Politik“ Tribut zahlen. Die notwendige Konsequenz daraus, die ich ja bereits in der letztjährigen Vertreterversammlung angekündigt habe, ist die Schließung unserer Kleinstgeschäftsstellen Bach, Eggmühl, Illkofen, Köfering, Oberisling, Riekofen, Schönach und Wallkofen sowie der SB-Stelle in Moosham“, bedauerte Pernpaintner den unpopulären aber notwendigen Entschluss. Vorstand Josef Geserer erläuterte im Anschluss ausführlich das „Weshalb, Warum, Wieso“ für die Erarbeitung und Umsetzung eines neuen Geschäftsstellenkonzepts und bestätigte, dass die Bank sich nicht aus der Fläche zurückziehen werde und auch nach dem Schließungstermin 30.06.2016 das dichteste Filialnetz in der Region habe. In seinen Bericht „Aktuelles aus der Wirtschaft“  erhielten die Anwesenden aufschlussreiche Informationen über die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung der wichtigsten Handelsmetropolen. Im Detail ging Geserer dabei auf Themen wie z. B. „Wachstum ohne viel Dynamik“, „Phänomen Niedrigzins“ sowie „All in – EZB geht aufs Ganze“ ein. Besondere „Aha- Effekte“ erzeugten seine Erläuterungen zur „Draghi-Dividende“, oder anders gesagt, der prognostizierte Schuldzinsersparnis der EU-Länder bis 2022 in teils 3-stelliger Milliardenhöhe aufgrund der Niedrigzinsphase.
Bemerkenswert beim Vortrag der einzelnen Positionen der Bilanz und der Gewinn- und
Verlustrechnung sind der überdurchschnittliche Bilanzsummenzuwachs um 6,2 % auf 952,8 Mio. € sowie die Zuwächse bei den Einlagen um 5,6 % und bei den Kundenkrediten um 7,4 %. Sehr erfreut zeigte sich Pernpaintner auch beim Mitgliederzuwachs um 597 auf einen neuen Höchststand von 19.175 zum Jahresende 2015. Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Klaus Roggenbuck übernahm die Tagesordnungspunkte zur Abstimmung über die Dividende, die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie die turnusmäßigen Wahlen zum Aufsichtsrat. Im 3-Jahres-Rhythmus schieden die Aufsichtsratsmitglieder Johann Heitzer, Josef Artmann sowie Johann Höglmeier aus und wurden für eine weitere Periode wieder gewählt. Im Anschluss folgten die Abstimmungen zur Änderung des § 2 und des § 26c der
Satzung sowie des § 1 der Wahlordnung und die Genehmigung des Wahlausschusses für die
anstehende Vertreterwahl, die Roggenbuck ebenfalls in gekonnter Weise professionell durchführte. Aufsichtsratsvorsitzender Karl Appl bedankte sich zum Schluss der Versammlung bei Herrn Roggenbuck für sein Kommen und die Übernahme der Tagesordnungspunkte. Sein weiterer Dank galt seinen Kollegen des Aufsichtsrats, dem Vorstand und den Mitarbeitern der Bank für ihr Engagement und die im Jahr 2015 geleistete Arbeit.

Gut zu wissen:
Vertreterversammlung: Die Vertreterversammlung ist neben Vorstand und Aufsichtsrat eines der Organe einer Genossenschaft und entscheidet u.a. über die Gewinnverwendung, die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat und die Wahl der Aufsichtsratsmitglieder.
Informationsveranstaltungen: Nach der Vertreterversammlung haben alle Kunden und Mitglieder der Bank die Möglichkeit sich über das abgelaufene Geschäftsjahr zu informieren. Dazu werden heuer in der Rathausgaststätte in Barbing, im Gasthof Fischer in Pfatter und im Gasthaus „Zum Aumeier“ in Schierling Informationsveranstaltungen abgehalten.
Externer Referent: Die Informationsveranstaltungen werden auch heuer wieder durch den Vortrag eines externen Referenten bereichert. Herr Dr. Jan Holthusen von der DZ Bank AG, Frankfurt beleuchtet das Thema „EZB im Fokus – Auswirkungen der Nullzinspolitik auf Konjunktur und Kaptialmärkte“.